LANDESDATEN
PHILIPPINEN (FISCHER WELTALMANACH 2005)
KURZFASSUNG:
Staatsname: Republica ng Pilipinas - Republik der Philippinen
3 Regionen (Luzon, Visayas, Mindanao)
14 Regionen, 73 Provinzen, 60 Städte
Hauptstadt: Manila
Fläche: 300'000 km2
Landwirtschaft: Reis, Mais, Kokosnuss,
Annanas, Zucker
Bodenschätze: Kupfer, Kobalt, Nickel, Eisen, Silber und Gold
Industrie: Essen, Textilien, Kleider, Holz und Holzprodukte
(Anmerkung: = keinen Regenwald mehr)
Präsident: Gloria Macapagal-Arroyo
Bevölkerung: 76.5 Mio
http://www.gov.ph/aboutphil/default.asp
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Fläche (in km²): 300000 Staat
Verwaltungsgliederung: 15 Regionen, 1 autonome Region Muslim Mindanao Staatsoberhaupt: Gloria Macapagal Arroyo (Lakas-NUCD), seit 20.1.2001 Regierungschef: Gloria Macapagal Arroyo (Lakas-NUCD), seit 20.1.2001 Äußeres: Delia Domingo Albert, seit 22.12.2003 Wahlen: Wahlen vom 10.5.2004: Repräsentantenhaus: Bündnis aus Nationaler Union of Christian Democrats und United Muslim Democratic Party/LAKAS-NUCD-UMDP 82 von 206 gewählten Sitzen (2001: 87 von 214), National People's Coalition/NPC 53 (62), Liberal Party/LP 21 (20), Democratic Filipino Struggle/LDP 21 (18), Sonstige 19 (19), Unabhängige 10 (8) - Senat (nach Teilwahlen vom 10.5.2004): Regierungskoalition 14 von 24 Sitzen Opposition 9, Unabhängige 1 Unabhängigkeitstag: 04.07.1946 (ehem. amerikanisches Dominion; bis 1898 spanische Kolonie) Nationalfeiertag: 12.6. (Unabhängigkeitsproklamation gegenüber Spanien 1898) Botschaften (D): Botschaft der Republik der Philippinen, Uhlandstr. 97, 10715 Berlin T 030/8 64 95 00, Fax 8 73 25 51 www.philippinischebotschaft.de Botschaften (A): Botschaft der Republik der Philippinen, Laurenzerberg 2, A-1010 Wien T 01/533 24 01, Fax 533 24 01 24 www.philippine-embassy.at Botschaften (CH): Botschaft der Republik der Philippinen, Kirchenfeldstraße 73-75, CH-3005 Bern T 031/350 17 17, Fax 352 26 02 E-Mail: berne_pe@bluewin.ch Wirtschaft
Bruttoinlandsprodukt (in Mio. US-$) (2002): 77954 Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (in PPP-$) (2002): 4170 Landwirtschaft: Anteil am BIP (in %) (2002): 14,7 Industrie: Anteil am BIP (in %) (2002): 32,5 Dienstleistung: Anteil am BIP (in %) (2002): 52,8 Bruttoinlandsprodukt (realer jährlicher Zuwachs in %) (2002): 4,4 Inflationsrate (in %) (2002): 3,1 Auslandsverschuldung (in Mio. US-$) (2002): 59343 Arbeitslosigkeit (in % aller Erwerbspersonen) (2001): 9,8 Import von Gütern (in Mio. US-$) (2002): 33975 Importgüter: 46,6% Elektronik, 10,0% Brennstoffe und technische Öle, 4,3% Industriemaschinen und -ausrüstungen, 3,6% Transportausrüstungen, 2,8% Eisen und Stahl Export von Gütern (in Mio. US-$) (2002): 34383 Exportgüter: 66,3% Elektronik (46,6% Halbleiter), 6,3% Kleidung, 1,4% Ölerzeugnisse, 1,1% Kokosnussöl Inselgruppe mit über 7000 Eilanden, die von großer tektonischer Instabilität (Erd- und Seebeben, Vulkanausbrüche) gekennzeichnet sind; gebirgig mit schmalem Küstensaum
Immerfeuchtes Tropenklima
Die Inseln des philippinischen Archipels wurden vor mehreren Tausend Jahren von malaiischen Volksstämmen besiedelt, die im 14. Jahrhundert durch arabische Missionare mit dem Islam in Berührung kamen. Ab 1565 kolonisierten Spanier die zu Ehren ihres Kronprinzen Philipp »Islas Filipinas« genannte Inselwelt im Pazifik und zwangen den Bewohnern den Katholizismus auf. Nach vier Jahrhunderten Kolonialherrschaft wurden die Spanier in einem bewaffneten Aufstand, der von den Vereinigten Staaten unterstützt wurde, 1898 vertrieben. Unabhängig von der Schutzmacht USA wurden die Philippinen jedoch erst 1946, nachdem sie im Zweiten Weltkrieg von den Japanern besetzt worden waren. 1965–1986 regierte Ferdinand Marcos das Land als korrupter Diktator, der keinerlei Opposition duldete. Nach blutigen Zusammenstößen zwischen Regierungstruppen und islamischen Separatisten verhängte er 1972 das Kriegsrecht. 1986 gelang es der Witwe des 1983 von Regierungssoldaten ermordeten Oppositionsführers Benigno Aquino, Corazon Aquino, das Marcos-Regime mit Unterstützung von Kirche und Armee zu stürzen. Marcos floh ins Exil und Corazon Aquino wurde zur neuen Präsidentin gewählt. Sie überstand mehrere Putschversuche des Militärs, bevor sie 1992 zurücktrat. Der religiös gefärbte, militärisch geführte Konflikt zwischen der (katholisch dominierten) Zentralregierung und den muslimischen Separatisten beherrscht seit den 1970er Jahren den Inselstaat. Ein Friedensvertrag beendete die Kämpfe 1996 nur vorübergehend. 1999 kündigte die Islamische Befreiungsfront der Moro das Abkommen auf, und der Sezessionskrieg auf der Insel Mindanao begann von neuem. Der 1998 zum Präsidenten gewählte Ex-Schauspieler Joseph »Erap« Estrada wurde nach massiven Korruptionsvorwürfen im Rahmen eines Amtsenthebungsverfahrens im Januar 2001 abgesetzt. In der Antiterrorkampagne gelten die Philippinen unter Präsidentin Arroyo als wichtigster Verbündeter der USA in Südostasien.
Die Wirtschaft des Billiglohnlandes überstand die Asienkrise 1997/98 glimpflicher als seine Nachbarn. Neben der Elektronik- und Textilindustrie ist der Tourismus trotz der politisch instabilen Lage ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
Im Zentrum der politischen Ereignisse stand der Wahltermin 10.5.2004, an dem 43,5 Mio. Wahlberechtigte über die Ämter des Präsidenten und des Vizepräsidenten für die nächsten sechs Jahre, 212 Abgeordnete des Repräsentantenhauses, 12 von 24 Senatoren sowie über die rd. 17000 Mandate und Ämter auf der Ebene der Provinzen und Kommunen entschieden. Wie üblich, eskalierten die Auseinandersetzungen während des Wahlkampfes und am Wahltag in vielen Fällen zur offenen Gewalt, dabei kamen mindestens 143 Menschen ums Leben. Zur angespannten Situation trug auch die Furcht vor Terroranschlägen und die damit legitimierte massive Präsenz der Sicherheitskräfte bei. Entgegen ihrer im Dezember 2002 als unumstößlich verkündeten Verzichtserklärung kandidierte auch die amtierende christdemokratische Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo (Lakas-NUCD) für den Posten der Staatschefin; da sie 2001 nach dem Sturz ihres Vorgängers Joseph Estrada in die höchste Staatsposition nachgerückt war, ohne vom Volk gewählt worden zu sein, galt das in der Verfassung festgeschriebene Verbot einer Wiederwahl nicht. Nach Auszählung aller Stimmen, die wegen Unregelmäßigkeiten wiederholt werden musste, erklärte der Kongress am 24.6.2004 Arroyo zur Wahlsiegerin; sie wurde am 30.6. vereidigt. Auf sie entfielen 39,1% der Stimmen, ihr stärkster Konkurrent, der politisch unerfahrene Filmstar Fernando Poe Junior, erzielte rd. 1,1 Mio. Stimmen weniger und kam auf 35,7%. Zum Vizepräsidenten wurde der Fernsehmoderator Noli de Castro mit 49,8% der Stimmen gewählt.
Auf
der südphilippinischen Insel Mindanao
erschossen Sicherheitskräfte am
13.10.2003 Fathur Rohman al-Ghozi, einen der meistgesuchten
Terroristen Südostasiens. Der 33-jährige Indonesier galt
als Bombenexperte der militanten Islamistengruppe Jemaah Islamiyah (
Als Konsequenz aus der gescheiterten Meuterei von 355 Soldaten mehrerer Armee-Einheiten am 27.7.2003 trat Verteidigungsminister Angelo Reyes am 29.8. zurück. Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Wahlkampfs nahm Präsidentin Arroyo Anfang Dezember 2003 einige Aufsehen erregende Fälle von Gewaltkriminalität zum Anlass, das vor drei Jahren erlassene Moratorium für die Todesstrafe aufzuheben. Außenminister Blas Ople erlag am 13.12.2003 während einer Flugreise einem Herzinfarkt. Am 22.12. übernahm die Diplomatin und bisherige Unterstaatssekretärin Delia Domingo Albert die Führung des Außenressorts. |