LANDESDATEN

 

PHILIPPINEN (FISCHER WELTALMANACH 2005)

KURZFASSUNG:

Staatsname: Republica ng Pilipinas - Republik der Philippinen

3 Regionen (Luzon, Visayas, Mindanao)
14 Regionen, 73 Provinzen, 60 Städte

Hauptstadt: Manila
Fläche: 300'000 km2

Landwirtschaft: Reis, Mais, Kokosnuss, Annanas, Zucker
Bodenschätze: Kupfer, Kobalt, Nickel, Eisen, Silber und Gold
Industrie: Essen, Textilien, Kleider, Holz und Holzprodukte
(Anmerkung: = keinen Regenwald mehr)

Präsident: Gloria Macapagal-Arroyo
Bevölkerung: 76.5 Mio

http://www.gov.ph/aboutphil/default.asp

Landesstruktur

Fläche (in km²):  300000
Einwohner (in Tausend) (2002):  79944
Bevölkerungsdichte (Einwohner pro km²):  267
Bevölkerung:  Philippiner - Z 2000: 76498735 Einw. - 1990: 40% jungmalaiische Philippiner (Bisayas, Tagalen, Bicol, Ilokano), 30% Indonesier und Polynesier, 10% Altmalaien (Igoroten u.a.) und Negritos (Aëta), 10% Chinesen, 5% Inder
Anteil der Bevölkerung mit weniger als 1 US-$ pro Tag (in %) (2001):  15
Lebenserwartung in Jahren (2002):  70
Geburtenziffer (2002):  25,6
Kindersterblichkeit auf 1000 Lebendgeburten (2002):  37
Säuglingssterblichkeitsrate (in %) (2002):  28
Alphabetisierungsrate Frauen (über 15 Jahre; in %) (2000):  92,65
Alphabetisierungsrate Männer (über 15 Jahre; in %) (2000):  92,55
Amtssprachen:  Pilipino (Tagalog)
Sprachen:  1990: 55% Pilipino (von Tagalog abgeleitet), 27,9% Tagalog, 24,3% Cebuano, 9,8% Ilocano, 9,3% Panay-Hiligaynon, 5,8% Bicol u.a. (insg. 988 Sprachen registriert); ca. 3% Spanisch und Chinesisch, Englisch
Religionen:  82,1% Katholiken, 6% Anhänger der Unabhängigen Philippinischen Kirche (Aglipayan), 5% Muslime, 4% Protestanten; Anhänger von Naturreligionen, Buddhisten
Hauptstadt:  Manila
Städte:  Quezon City (Z 2000) 2173831, Manila [Hauptstadt] (Z 2000) 1581082, Caloocan (Z 2000) 1177604, Davao (Z 2000) 1147116, Cebu (Z 2000) 718821, Zamboanga (Z 2000) 601794, Pasig (Z 2000) 505058, Valenzuela (Z 2000) 485433, Las Piñas (Z 2000) 472780, Cagayan de Oro (Z 2000) 461877, Parañaque (Z 2000) 449811, Makati (Z 2000) 444867, Bacolod (Z 2000) 429076, General Santos (Z 2000) 411822, Marikina (Z 2000) 391170, Muntinlupa (Z 2000) 379310, Iloilo (Z 2000) 365820, Pasay City (Z 2000) 354908

Staat

Staatsform:  Verfassung von 1987 - Präsidialrepublik seit 1987 - Parlament (Kongress): Repräsentantenhaus mit max. 261 Mitgl. (davon 206 gewählt und bis zu 55 über Parteilisten, die Minderheiten berücksichtigen) und Senat mit 24 Mitgl.; Wahl alle 3 J. (Teilwahlen des Senats alle 3 J.) - Direktwahl des Staatsoberh. alle 6 J. (keine Wiederwahl) - Wahlrecht ab 18 J.
Verwaltungsgliederung:  15 Regionen, 1 autonome Region Muslim Mindanao
Staatsoberhaupt:  Gloria Macapagal Arroyo (Lakas-NUCD), seit 20.1.2001
Regierungschef:  Gloria Macapagal Arroyo (Lakas-NUCD), seit 20.1.2001
Äußeres:  Delia Domingo Albert, seit 22.12.2003
Wahlen:  Wahlen vom 10.5.2004: Repräsentantenhaus: Bündnis aus Nationaler Union of Christian Democrats und United Muslim Democratic Party/LAKAS-NUCD-UMDP 82 von 206 gewählten Sitzen (2001: 87 von 214), National People's Coalition/NPC 53 (62), Liberal Party/LP 21 (20), Democratic Filipino Struggle/LDP 21 (18), Sonstige 19 (19), Unabhängige 10 (8) - Senat (nach Teilwahlen vom 10.5.2004): Regierungskoalition 14 von 24 Sitzen Opposition 9, Unabhängige 1
Unabhängigkeitstag:  04.07.1946 (ehem. amerikanisches Dominion; bis 1898 spanische Kolonie)
Nationalfeiertag:  12.6. (Unabhängigkeitsproklamation gegenüber Spanien 1898)
Botschaften (D):  Botschaft der Republik der Philippinen, Uhlandstr. 97, 10715 Berlin T 030/8 64 95 00, Fax 8 73 25 51 www.philippinischebotschaft.de
Botschaften (A):  Botschaft der Republik der Philippinen, Laurenzerberg 2, A-1010 Wien T 01/533 24 01, Fax 533 24 01 24 www.philippine-embassy.at
Botschaften (CH):  Botschaft der Republik der Philippinen, Kirchenfeldstraße 73-75, CH-3005 Bern T 031/350 17 17, Fax 352 26 02 E-Mail: berne_pe@bluewin.ch

Wirtschaft

Währung, Kurse:  1 Philippin. Peso (p) = 100 Centavos
Bruttoinlandsprodukt (in Mio. US-$) (2002):  77954
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (in PPP-$) (2002):  4170
Landwirtschaft: Anteil am BIP (in %) (2002):  14,7
Industrie: Anteil am BIP (in %) (2002):  32,5
Dienstleistung: Anteil am BIP (in %) (2002):  52,8
Bruttoinlandsprodukt (realer jährlicher Zuwachs in %) (2002):  4,4
Inflationsrate (in %) (2002):  3,1
Auslandsverschuldung (in Mio. US-$) (2002):  59343
Arbeitslosigkeit (in % aller Erwerbspersonen) (2001):  9,8
Import von Gütern (in Mio. US-$) (2002):  33975
Importgüter:  46,6% Elektronik, 10,0% Brennstoffe und technische Öle, 4,3% Industriemaschinen und -ausrüstungen, 3,6% Transportausrüstungen, 2,8% Eisen und Stahl
Export von Gütern (in Mio. US-$) (2002):  34383
Exportgüter:  66,3% Elektronik (46,6% Halbleiter), 6,3% Kleidung, 1,4% Ölerzeugnisse, 1,1% Kokosnussöl

Landschaft

Inselgruppe mit über 7000 Eilanden, die von großer tektonischer Instabilität (Erd- und Seebeben, Vulkanausbrüche) gekennzeichnet sind; gebirgig mit schmalem Küstensaum

Klima

Immerfeuchtes Tropenklima

Geschichte

Die Inseln des philippinischen Archipels wurden vor mehreren Tausend Jahren von malaiischen Volksstämmen besiedelt, die im 14. Jahrhundert durch arabische Missionare mit dem Islam in Berührung kamen. Ab 1565 kolonisierten Spanier die zu Ehren ihres Kronprinzen Philipp »Islas Filipinas« genannte Inselwelt im Pazifik und zwangen den Bewohnern den Katholizismus auf. Nach vier Jahrhunderten Kolonialherrschaft wurden die Spanier in einem bewaffneten Aufstand, der von den Vereinigten Staaten unterstützt wurde, 1898 vertrieben. Unabhängig von der Schutzmacht USA wurden die Philippinen jedoch erst 1946, nachdem sie im Zweiten Weltkrieg von den Japanern besetzt worden waren. 1965–1986 regierte Ferdinand Marcos das Land als korrupter Diktator, der keinerlei Opposition duldete. Nach blutigen Zusammenstößen zwischen Regierungstruppen und islamischen Separatisten verhängte er 1972 das Kriegsrecht. 1986 gelang es der Witwe des 1983 von Regierungssoldaten ermordeten Oppositionsführers Benigno Aquino, Corazon Aquino, das Marcos-Regime mit Unterstützung von Kirche und Armee zu stürzen. Marcos floh ins Exil und Corazon Aquino wurde zur neuen Präsidentin gewählt. Sie überstand mehrere Putschversuche des Militärs, bevor sie 1992 zurücktrat. Der religiös gefärbte, militärisch geführte Konflikt zwischen der (katholisch dominierten) Zentralregierung und den muslimischen Separatisten beherrscht seit den 1970er Jahren den Inselstaat. Ein Friedensvertrag beendete die Kämpfe 1996 nur vorübergehend. 1999 kündigte die Islamische Befreiungsfront der Moro das Abkommen auf, und der Sezessionskrieg auf der Insel Mindanao begann von neuem. Der 1998 zum Präsidenten gewählte Ex-Schauspieler Joseph »Erap« Estrada wurde nach massiven Korruptionsvorwürfen im Rahmen eines Amtsenthebungsverfahrens im Januar 2001 abgesetzt. In der Antiterrorkampagne gelten die Philippinen unter Präsidentin Arroyo als wichtigster Verbündeter der USA in Südostasien.

Wirtschaft und Gesellschaft

Die Wirtschaft des Billiglohnlandes überstand die Asienkrise 1997/98 glimpflicher als seine Nachbarn. Neben der Elektronik- und Textilindustrie ist der Tourismus trotz der politisch instabilen Lage ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Chronik

Im Zentrum der politischen Ereignisse stand der Wahltermin 10.5.2004, an dem 43,5 Mio. Wahlberechtigte über die Ämter des Präsidenten und des Vizepräsidenten für die nächsten sechs Jahre, 212 Abgeordnete des Repräsentantenhauses, 12 von 24 Senatoren sowie über die rd. 17000 Mandate und Ämter auf der Ebene der Provinzen und Kommunen entschieden. Wie üblich, eskalierten die Auseinandersetzungen während des Wahlkampfes und am Wahltag in vielen Fällen zur offenen Gewalt, dabei kamen mindestens 143 Menschen ums Leben. Zur angespannten Situation trug auch die Furcht vor Terroranschlägen und die damit legitimierte massive Präsenz der Sicherheitskräfte bei. Entgegen ihrer im Dezember 2002 als unumstößlich verkündeten Verzichtserklärung kandidierte auch die amtierende christdemokratische Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo (Lakas-NUCD) für den Posten der Staatschefin; da sie 2001 nach dem Sturz ihres Vorgängers Joseph Estrada in die höchste Staatsposition nachgerückt war, ohne vom Volk gewählt worden zu sein, galt das in der Verfassung festgeschriebene Verbot einer Wiederwahl nicht.

Nach Auszählung aller Stimmen, die wegen Unregelmäßigkeiten wiederholt werden musste, erklärte der Kongress am 24.6.2004 Arroyo zur Wahlsiegerin; sie wurde am 30.6. vereidigt. Auf sie entfielen 39,1% der Stimmen, ihr stärkster Konkurrent, der politisch unerfahrene Filmstar Fernando Poe Junior, erzielte rd. 1,1 Mio. Stimmen weniger und kam auf 35,7%. Zum Vizepräsidenten wurde der Fernsehmoderator Noli de Castro mit 49,8% der Stimmen gewählt.

Bekämpfung des Terrorismus

Auf der südphilippinischen Insel Mindanao erschossen Sicherheitskräfte am 13.10.2003 Fathur Rohman al-Ghozi, einen der meistgesuchten Terroristen Südostasiens. Der 33-jährige Indonesier galt als Bombenexperte der militanten Islamistengruppe Jemaah Islamiyah ( Indonesien), soll an mehreren schweren Anschlägen beteiligt und Verbindungsmann zwischen der Jemaah Islamiyah und der separatistischen Rebellenorganisation MILF gewesen sein ( WA 2004, Sp. 670). Im Juli 2003 war er aus einem philippinischen Hochsicherheitsgefängnis geflohen, wo er seit seiner Festnahme Anfang 2001 eingesessen hatte. Bei Kämpfen zwischen der Armee und Gruppen der islamistischen Abu-Sayyaf-Rebellen auf der Insel Jolo wurde Galib Andang, alias Commander Robot, am 7.12.2003 verwundet und festgenommen. Er war einer der meistgesuchten Anführer der Gruppe und gilt als Drahtzieher der Entführungsaktion im Jahr 2000, bei der 20 Geiseln monatelang in Dschungel festgehalten wurden.

Weitere Ereignisse

Als Konsequenz aus der gescheiterten Meuterei von 355 Soldaten mehrerer Armee-Einheiten am 27.7.2003 trat Verteidigungsminister Angelo Reyes am 29.8. zurück.

Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Wahlkampfs nahm Präsidentin Arroyo Anfang Dezember 2003 einige Aufsehen erregende Fälle von Gewaltkriminalität zum Anlass, das vor drei Jahren erlassene Moratorium für die Todesstrafe aufzuheben.

Außenminister Blas Ople erlag am 13.12.2003 während einer Flugreise einem Herzinfarkt. Am 22.12. übernahm die Diplomatin und bisherige Unterstaatssekretärin Delia Domingo Albert die Führung des Außenressorts.